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Canva oder InDesign? Der Nachbericht

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Braucht es heute überhaupt noch Adobe InDesign oder reicht Canva für professionelle Designprojekte aus? Genau dieser Frage widmete sich unser Workshop „Adobe trifft Canva – Welche Lizenz brauche ich noch?“. Die Antwort fiel – wenig überraschend – differenzierter aus als viele erwartet hatten.

Was als klassischer Fachvortrag geplant war, entwickelte sich schnell zu einem offenen Erfahrungsaustausch zwischen professionellen Designern, Marketingverantwortlichen, Canva-Anwendern und Experten für Barrierefreiheit. Genau dieser Mix machte den Nachmittag besonders spannend: Unterschiedliche Perspektiven trafen aufeinander, Erfahrungen wurden geteilt und viele bestehende Annahmen hinterfragt.

Affinity sorgt für die größte Überraschung

Eines der Highlights des Workshops war die Integration von Affinity in Canva. Vielen Teilnehmern war nicht bewusst, dass Canva die komplette Affinity-Suite übernommen hat und diese inzwischen ohne zusätzliche Kosten innerhalb eines Canva-Abonnements genutzt werden kann.

Damit steht Anwendern plötzlich ein professionelles Werkzeug für Vektorgrafiken, Bildbearbeitung und Layout zur Verfügung, das die bisherigen Grenzen von Canva deutlich erweitert. Für viele Teilnehmer war dies die überraschendste Erkenntnis des gesamten Workshops.

Canva überzeugt bei Zusammenarbeit und Geschwindigkeit

Besonders intensiv wurde über die Möglichkeiten der Zusammenarbeit diskutiert.

Anhand realer Kundenprojekte wurde gezeigt, wie mehrere Personen gleichzeitig an einem Dokument arbeiten können – Designer, Texter, Fotografen, Marketingverantwortliche und sogar Kunden. Gerade bei Gemeindebriefen, Geschäftsberichten oder Newslettern entstehen dadurch enorme Zeitvorteile.

Die Praxisbeispiele zeigten deutlich:

  • mehrere Beteiligte arbeiten gleichzeitig am selben Dokument
  • deutlich kürzere Abstimmungsprozesse
  • weniger Korrekturschleifen
  • höhere Identifikation aller Projektbeteiligten
  • termingerechte Druckabgaben

Gleichzeitig wurde klar: Kollaboration funktioniert nur mit klar definierten Rollen und einer abschließenden Qualitätskontrolle.

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Typografie bleibt die Paradedisziplin von Adobe InDesign

Während Canva bei Geschwindigkeit punktet, bleibt Adobe InDesign weiterhin der Maßstab für anspruchsvolle Typografie. Professionelle Satzarbeiten mit exakten Abständen, sauberem Blocksatz, automatischer Silbentrennung oder komplexen typografischen Regeln lassen sich nach wie vor nur mit InDesign zuverlässig umsetzen.

Die Teilnehmer waren sich deshalb schnell einig: Wer regelmäßig Magazine, Bücher oder hochwertige Druckprodukte gestaltet, wird auf InDesign weiterhin nicht verzichten können. Ein weiterer Schwerpunkt des Workshops war der Vergleich klassischer Layoutfunktionen.

Diskutiert wurden unter anderem:

  • Musterseiten
  • automatische Seitenzahlen
  • Textverkettungen
  • Doppelseiten
  • Inhaltsverzeichnisse
  • automatisierte Layout-Prozesse

Zwar existieren mittlerweile zahlreiche Workarounds innerhalb von Canva, beispielsweise über Vorlagen, Brand Kits oder KI-gestützte PDF-Importe, dennoch erreicht Canva hier noch nicht den Funktionsumfang von Adobe InDesign.

Druckqualität überzeugt auch in Canva

Ein häufig diskutiertes Vorurteil konnte ebenfalls entkräftet werden:  Canva erzeugt inzwischen druckfähige PDFs inklusive Schnittzugaben und CMYK-Ausgabe. Zwar stehen nicht sämtliche Farbprofile zur Verfügung, die Praxiserfahrungen der vergangenen Jahre zeigen jedoch, dass sich mit Canva sehr gute Druckergebnisse erzielen lassen – insbesondere im Digitaldruck.

Die Empfehlung der Runde lautete dennoch eindeutig: Vor anspruchsvollen Druckproduktionen sollte die Farbverwaltung immer gemeinsam mit der jeweiligen Druckerei abgestimmt werden.

Ein Thema entwickelte sich während der Diskussion fast von selbst zum Schwerpunkt einer möglichen Folgeveranstaltung: Barrierefreiheit. Mehrere Experten aus diesem Bereich diskutierten die Möglichkeiten und Grenzen beider Programme.

Während Canva bereits erste Funktionen wie Alternativtexte oder dekorative Kennzeichnungen bietet, besteht sowohl bei Canva als auch bei Adobe noch erheblicher Optimierungsbedarf, wenn vollständig barrierefreie PDF- oder HTML-Dokumente erstellt werden sollen. Gerade hier wünschen sich viele Teilnehmer eine vertiefende Veranstaltung mit konkreten Praxisbeispielen.

Canva oder Adobe? Die Antwort lautet: Es kommt darauf an.

Der wohl wichtigste Erkenntnisgewinn des Nachmittags war, dass es keinen eindeutigen Gewinner gibt.

Canva überzeugt überall dort, wo Geschwindigkeit, Zusammenarbeit, einfache Bedienung und wirtschaftliche Prozesse gefragt sind. Adobe InDesign bleibt hingegen die erste Wahl, wenn höchste Ansprüche an Typografie, komplexe Layouts oder automatisierte Druckproduktionen gestellt werden. Beide Werkzeuge ergänzen sich heute deutlich stärker, als viele zunächst vermuten.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die spannenden Diskussionen, die zahlreichen Praxisbeispiele und den offenen Erfahrungsaustausch.

Die große Resonanz zeigt uns, dass dieses Thema viele Unternehmen aktuell beschäftigt. Deshalb wird die Reihe fortgesetzt. Besonders häufig gewünscht wurden vertiefende Workshops zu den Themen Barrierefreiheit, Affinity sowie KI-gestützte Design-Workflows.

Wir freuen uns bereits auf die nächste Veranstaltung und den weiteren Austausch mit euch.

Neugierig geworden?
Unsere Ansprechpartner hilft gerne weiter:

Matthias Brinkmann
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